Gran Canaria ist das nicht Retro? Ja klar, 80er Jahre Trend Hotspot. In dieser Zeit war ich allerdings lieber auf Ibiza, wollte nicht überwintern, sondern Leben und Hitze – jetzt & gleich. Träumte von einem aufregenden Lifestyle, von Liebe, Freiheit, Abenteuer und stand mir dabei selbst kolossal im Wege rum. Vielleicht wäre ich auf Gran Canaria schneller mir selbst begegnet – im Urlaub mit meiner Mutter, wie sie mir in den 80ern vorschlug. Im milderen Klima als auf den Balearen, weniger Wunsch und Sehnsucht, mehr Wirklichkeit und Vulkanstein. Sorry, damals habe ich dir keine Chance gegeben – aber jetzt über 40 Jahre später bin ich hier.
Tatsächlich fällt mir 2026 – zum ersten Mal auf Gran Canaria – meine Mutter und meine Jugend öfter ein. Das liegt an mir, meinen Gefühlen und auch ein bisschen an den Menschen, die mir hier begegnen. Viele in meinem Alter, locker über 60. Ich bin auf Einladung von Seaside Collection hier, eine Gruppe individueller Luxus-Hotels, im Besitz der Hamburger Familie Gerlach. Gegründet wurde das Unternehmen in den 70ern und das Seaside Palm Beach in Maspalomas ist eines der ersten Hot-Spots der Gruppe.
- Grand Residencia, 5-Sterne GL gehört als einziges Hotel auf der Insel zu den ‘Leading Hotels of the World’.
- Die 2-stöckigen Gästevillen mit Poolblick oder ins angrenzende Naturschutzgebiet.
Komm doch mal näher …
Vom Flughafen rein in die Limousine – das ist Standard bei Seaside Collection – und ab geht’s über die Insel. Die schimmert jetzt im Frühjahr saftig Grün vom letzten ausgiebigen Regen – sonst eher selten auf Gran Canaria. Vorbei an Windräder-Parks und in die Nachmittags-Sonne gen Süden ins Seaside Grand Residencia. Wow! Direkt beim Empfang in der großzügigen Lobby empfängt eine harmonische Atmosphäre in warmen Farben – Creme/ Blau und viel Holz. Die Einrichtung ist im spanischen Kolonialstil mit maurischen Akzenten. Es erinnert mich irgendwie an ein luxuriöses Wohnzimmer auf einer amerikanischen Südstaaten-Ranch. Okay, eher ein großzügiger Salon in XXL-Format: Überall kleine Sitzgruppen, die zum Verweilen einladen. Wir gehen weiter zur Terrasse mit schönstem Blick auf den Pool. Das Herzstück der Anlage, rundum gesäumt von zweistöckigen Villen, alle vorneweg mit kleinen Terrassen oder Balkons. Der Willkommensdrink wird auf der Terrasse am Pool serviert. Mein Blick schweift über Wasser und Palmenhain in den weiten, tiefblauen Himmel und ich habe das Gefühl mich entfernt zu haben – vom Alltag, den Routinen, den Regelmäßigkeiten. Mir fällt auf, dass ich lächle, in meinen Drink, zu den Badegästen am Pool, den südlichen Pflanzen und zu „Eros“ – Assistent der Geschäftsleitung, steht vor mir und ist unser Guide durch Palmen & Blüten, den Garten des Hotels, hinein in unsere Junior Suite.
- Jede Mahlzeit ein Erlebnis für Gaumen & Seele, das Restaurant im 1. Stock
- Ein Platz an der Sonne auf ultrabequemen Liegestühlen
- Guten Morgen –und erstmal gucken, was los ist.
- Vor mir Sonne & Terasse, hinter mir Frühstücksbuffet – jeder Tag fängt köstlich an.
Hotels in Bestform

Meine Junior Suite im Seaside Grand Residencia
94 Zimmer gibt es im Grand Residencia. Wir bewohnen 51 qm im Erdgeschoss mit Blick auf Pool und Restaurant-Terrasse und einem himlischen Bett, in dem ich tiefer schlafe als zu Hause. Ich lieb’s, alles vom ersten Schritt weg! Hier im Grand Residencia arrangiert sich das Leben wie von selbst. Nach dem Auspacken laufe ich durch die Anlage, vorbei an Pool und Willkommensterrasse unten, rauf ins Restaurant im 1. Stock mit Blick bis zum Meer und goldenen Horizont mit langsam verglühender Abendsonne. Das Ambiente freundlich, fehlerfrei, paradiesisch – und ausgesucht köstlich geht es weiter. Mit der Küche von Wolfgang Grobauer, Chef über alles, was an den Gastgaumen kommt – und das ist hier mediterran mit spanischen Einflüssen: Ravioli vom Knollensellerie, „Ropa Vieja, Ibérico-Varationen, Carré vom Salzwiesen Lamm, Meeresbrasse aus Arguineguin“ … Beim Hauptgang, „Petersfisch aus Galizien an kleinem Ratatouille“, frage ich mich, ob Wolfgang Grobauer je über die persönliche Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln nachgedacht hat.
Besonderen Wert legt der Chef auf Qualität und Herkunft, am liebsten frische, regionale Zutaten, in Bio-Qualität. Woher Obst & Gemüse kommen, erfahren wir direkt am nächsten Tag beim Ausflug über die Insel – mit dabei Wolfgang Grobauer und General Manager Robert Heitzig. Zusammen geht es auf Tour und wir lernen Davina kennen, die mit ihrer Mutter eine lokale Finca in Montaña la Data bewirtschaftet. Davina hat Kunst studiert, jetzt züchtet sie Gemüse und Obst, das wie Kunst aussieht: Rote Bananen, violetter Blumenkohl, Kumquats, Fenchel, Zucchini mit wunderschönen Blüten in leuchtenden Gelb-Variationen.
- Preisgekrönt: Küchenchef Wolfgang Grobauer.
- Frühstück: Müsli is my religion – im Grand Residencia a touch of magic.
- Mittag à la carte: Hummer-Salat – einfach göttlich
- Dinner: Petersfisch aus Galizien an kleinem Ratatouille.
Als ich Davina kennenlerne zeigt sie auf meine Füße. Ich schäme mich auf der Stelle für meine hübschen Sandalen, die allerdings völlig unpassend für Feld & Furche sind. Ich versuche meinen Touristen-Faux-Pas wettzummachen, in dem ich

Davina im Gemüse Paradies
beherzt hinter ihr ins Gemüsebeet stapfe. Ich staune über ihren muskulösen Körper, kein Ergebnis aus dem Fitnessstudio, sondern in harter Feldarbeit unter südlicher Sonne „trainiert“. Ich hätte im Gegensatz zu ihr dazu nie den Mut gehabt, okay meine Mutter hatte auch nur ein Urlaubsangebot vor 40 Jahren, null Äcker & Felder auf Gran Canaria. Aber selbst wenn, ich hätte mir den Kopf zemartert über lückenlosen Sonnenschutz – in Cremes & Shirt, wo hier überall Zecken lauern könnten, wie ich Sellerie von Fenchel unterscheide, wer abends in der Bauernhof-Kemenate auf mich wartet und wer, bitte wer um Himmels Willen mir bei diesem endlosen Tagewerk helfen könnte. Offenbar hat Davina nie solche Gedanken gedacht und einfach mal gemacht. Ich glaube, ich bin dem Leben, dem Genuss und dem Entstehen desselben noch nie so nah gekommen, wie im Schlepptau von Davina. Ach ja, Zecken gibt es hier übrigens nicht.
Fünf Tage Inselglück, ich lerne zwei komplett unterschiedliche Hotels kennen und Land & Leute bei mehreren bildschönen Ausflügen. Das Leben schreibt die schönsten Geschichten, man muss nur genau hinschauen und auch ein bisschen in sich hineinhören. Mit Papier und Stift in Hand oder Hirn. Und dann den Worten vertrauen und sortieren zur Geschichte, die man mit allen Sinnen erlebt hat.
Luxus für die Sinne und auf den Tisch

Artgerechte Haltung beschert freundliche Ziegen

Meeting Ana und ihre Ziegen
Bei Ana und ihrer Käserei Los Quesitos de Anabel passt kein Blatt zwischen dem, was ich fühle und dem, was ich hier teile. Die freundlichsten Ziegen ever: Alle Tiere leben mit ihren Jungen zusammen, wie eine große Familie auf Ana’s Bauernhof. Warmes Pusten und Stupsen an meinen Händen, Nachschnuppern, ob ich nicht doch etwas zu fressen dabei habe. Aufmerksame Augen, die mir zuschauen, wie ich die Kleinen streichle. Zuneigung, die man auf der Haut spüren kann und die diesen schönen Tag noch schöner machen. Aber es kommt besser.
Ana macht Käse, in Spitzenklasse, so exquisit dass sie das „Seaside Grand Residencia“ damit beliefert. Bei Ana können Kinder & Erwachsene die Tiere in ihren Gehegen kennenlernen, genauso wie ihre tägliche Arbeit in der Natur mit den Ziegen und dazu die Produkte probieren. Wer möchte kann handgeschöpften Ziegenkäse selbst herstellen in einem ihrer Workshops oder die Produktion kennenlernen – von Milch zapfen bis Käse reifen. Unsere kleine Journalisten-Truppe bindet die Schürze, rührt & schöpft in Ziegenmilch – und mein erster selbstgemachter Käse ist fertig. Ich platze fast vor Stolz.

Kanarische Weine? Lecker! Finca Escudero

Picknick, alles da für die Sinne – gedeckt von Dominique
Oder das Weingut Finca Escudero in Santa Brigida. Mit Juan, Sproß eines spanischen Adelsgeschlechts. Seiner Familie gehörte in den 50ern noch die halbe Insel – auch der Teil, wo jetzt Maspalomas steht. Wir schlendern über die Finca, es ist 11 Uhr, es sind laue 24 Grad, wir bewundern blaue und gelbe Oliven, es gibt Zitronenbäume und viel Wein in rot & weiß auf den Feldern und in Flaschen, Säulen vor der Villa, eine umwerfendes Mobiliar inside und einen traumhaften Blick über den Pool in die Berge outside. Es ist zum Kneifen schön. Wir trinken canarischen Weißwein und selbstgemachte Limonade von Dominique Soul Fruit Picnics Gran Canaria. Weil es gerade nieselt im Paradies, hat sie uns ein göttliches Picknick im Wintergarten der Finca serviert. Was mich seitdem begeistert: Orangen in zarte Scheiben geschnitten, mit Kokos bestäubt. Ich weiß, so einfach, aber wie gut das auf Zunge & Seele tut. Probier‘ mal, schmeckt auch zu Hause himmlisch. Okay bei der Qualität der Orangen gibt es Abstriche.
Umwerfend schön: Las Palmas
Was ich noch schnell erzählen muss: Mein erstes Mal in Las Palmas, die Hauptstadt im Inselnorden. So viel Charme, gelebte Geschichte, Schönheit. Ich laufe durch mittelalterliche Gassen aus dem 16. und 17. Jahrhundert, tanze mit Hühnern unter riesigen Gummibäumen, gehe in die Kathedrale Santa Ana, bewundere steinerne Hunde – die Wappentiere der Stadt und trinke Kaffee im, Achtung Geheimtipp, Restaurante Casa Montesdeoca. Hier und da und dort nochmal schauen, in das Schaufenster, in jene Galerie, das Leben aufschnappen und im Café an mir vorbei ziehen lassen. Zu schön! Las Palmas – ich komme wieder, mit mehr Zeit zum Staunen und Entdecken.
- Die mit dem Huhn tanzt
- Las Palmas, du Schöne
- Kanarischer Kolonialstil in der Altstadt
- Das Columbushaus ist beeindruckend
- Restaurant Casa Montesdeoca
Nach vier Tagen ziehen wir um, ins Seaside Palm Beach – von unserer Junior Suite ins Doppelzimmer Superior. Nur einmal über die Straße in Maspalomas und in eine ganz andere Welt eintauchen. Von der Ruheoase Grand Residencia ins 7-Stockwerke hohe, quirlige 70er Jahre Design-Monument. Schon in der Lobby spürst du High Vibes im Retro-Design: Rote Mies van der Rohe Stühle und Chaiselounges am Eingang. Ich bleibe unter der Lampeninstallation vor dem Empfang stehen und hole mir fast einen steifen Nacken vom Schauen & Staunen ins Mobile. Ich google den Designkünstler des Hotels, aber das schnelle ChatGPT gibt mir die Antwort: Für die expressive Gestaltung des Palm Beach war der renommierte französische Architekt Alberto Pinto verantwortlich, mit zeitgenössischer Kunst von Miro und in knalligen Farben, im Stil der 70er. Für die letzten zwei Tage meines Aufenthalts ins Palm Beach einzuchecken war eine sehr gute Entscheidung, die nicht ich, sondern die Seaside Collection für mich getroffen hat.
- „Bar Africano“ im Seaside Palm Beach Hotel
- Retro-Chic in der Lobby: eine Hommage an die 70er Jahre
- Doppelzimmer Superior– Push-up für die Seele mit Meerblick

Miami-Vibes in Maspalomas. Fassade Palm Beach
Ich bemerke wie die Farben dieses Hotels quasi einen Push-up für meine Stimmung sind. Aber nicht nur bei mir. Im Aufzug zu unserem Zimmer spricht mich eine Dame in Gelb an: „Diese tollen Farben hier, ich halte mit meinem Kleid da ein bisschen mit.“ Ich: „Ja, ich werfe mich auch gleich in meinen Kaftan in Weiß/ Blau und gehe zum Baden. Sie: „Na, vielleicht können Sie farbmäßig noch aufstocken zum Essen.“

Mies van der Rohe -Design in Knallrot
Wäre die Aufzugtür in dem Moment nicht aufgegangen, hätte ich ihr noch ein paar intensivere Farbwunder aus meinem Koffer geschildert, aber so musste ich hurtig aussteigen. Mein Lieblings-Pool? Der ganz hinten durch, hinter der Bar und nach den ganzen Monument-Spielen: Schach, Dart, Boule, … zu schön mit Aperitif in der Hand eine kleine oder größere Kugel, schieben, schwingen, werfen. Ja und dann geht es zum Essen, das genauso eine Schau ist, wie in allen Häusern der Seaside Collection. Gut essen, meint Gründer Theo Gerlach (97), das müssen alle Gäste in all seinen Hotels können. Theo, das Essen ist nicht gut, sondern grandios – überall. Schade, dass ich auch satt werde, aber dann freue ich mich einfach wieder auf die nächste Mahlzeit. Alles lauter Kuchenstücke des Lebens – und die werden hier toujours Morgens, Mittags und Abends serviert.

Momument Spiele im tropischen Garten
Ich könnte euch noch viele Geschichten erzählen – und besonders farbige aus dem Seaside Palm Beach.
Aber am besten kommt ihr selbst vorbei und schaut es euch an. Meine Mutter hätte wahrscheinlich längst gewußt, dass mir diese Insel gefällt. Aber manche Orte warten einfach geduldig auf uns. Gran Canaria über 40 Jahre auf mich. Oder vielleicht bin ich einfach jetzt reif für diese Insel.
Fotos: CharismaLook und Seaside Collection (6)
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