Corona und Kontaktsperre: Wie sieht unser Leben nach dem Shutdown aus?

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Vier Wochen stand unser Leben nahezu still. Einkaufen im Supermarkt, zum Wochenmarkt und tägliche Spaziergänge, aber maximal zu zweit  – so sahen nicht nur meine Highlights in vier Wochen Kontaktsperre aus. Der Härtefall für unsere Gesellschaft, der Shutdown, wird ab Montag nächster Woche gelockert, ein Exit ist das aber nicht. Corona heißt Verantwortung und Rücksicht, die Ansteckungsgefahr ist nach wie vor real, weshalb wir auch nur langsam wieder zur Normalität zurückkehren können. Es geht in die Verlängerung, mit ein bisschen mehr Freiheit. Was hat sich verändert und wird sich weiter ändern müssen? Was wird neu? Und gibt es sogar etwas, das jetzt besser als vorher funktioniert oder funktionieren könnte? Wie anders wird unser Leben? Eine Suche nach Antworten.

Beitragsbild: Einkaufen Fehlanzeige! Die Fußgängerzonen bieten jetzt überall dasselbe Bild – kaum Menschen, kaum Umsatz.

Wann(?) werden wir wie(?) und wohin(?) wieder reisen?

Tomas Niederberghaus hat bei der Wochenzeitung DIE ZEIT 10 Jahre über Hotels und übers Reisen geschrieben. Seine Reportagen und Essays erschienen in mehreren Büchern. Heute berät er Hotels und touristische Unternehmen.

»Nach dem Shutdown wird der Tourismus schon in Kürze behutsam wieder in Fahrt kommen. Allerdings anders als jemals zuvor. Zunächst werden solche Hotels profitieren, die nicht die Massen bedienen, die abseits vom Mainstream liegen und vor allem mit dem Auto erreicht werden können. Wer möchte in diesen Zeiten schon in ein Flugzeug steigen (das Fliegen wird erst einmal nur noch mit Mundschutz möglich sein)? Hotels werden die ohnehin schon hohen Hygienestandards den veränderten Bedingungen anpassen. Alle Mann in die Sauna oder ins Dampfbad? Von wegen! Das geht nur noch mit Zugangszeiten, die vorher gebucht werden. Und das wird sich auch in der Kommunikation niederschlagen. Vielleicht ist dann endlich Schluss mit den überstrapazierten und furchtbaren Begriffen wie »Wohlfühloase«. Erlebnisse und Angebote müssen ein großes Vertrauen vermitteln und selbstverständlich auch einlösen. Und statt eines Frühstücksbuffets (von dem ich noch nie ein Freund war), werden Gäste in Zukunft wieder am Tisch bedient werden. So, wie es in guten Hotels früher Gang und Gäbe war. Wenn die Krise eins gebracht hat, dann ein Umdenken. Das immer kürzer, immer schneller und immer öfter in Urlaub fahren, hat zwangsläufig ein Ende. Das heisst auch: Die Preise werden und müssen steigen. Und dann wird es auch wieder schöne Bilder vom Reisen geben: Von Stränden, in denen die Urlauber nicht mehr Tuch an Tuch liegen. Ich freue mich schon auf die nächste Reise. Denn die wird ein ganz neues Erlebnis sein.«

 

Wie geht das jetzt? Home. Office. Online. Shop …

Sue Giers ist Dreifach-Mutter, Fernseh-Journalistin, PR-ChefIn und jetzt mit eigenem Modelabel SoSUE mit Online-Shop.

»Ich vermisse den lebendigen, leibhaftigen Austausch mit Menschen – Berührungen, Umarmung, einfaches Händeschütteln. Shit Shutdown! Homeschooling habe ich vorerst hinter mir – meine Kinder haben gerade Ferien. Nur –  ein Feriengefühl mag sich nicht so recht einstellen. Dafür zucke ich jedesmal zusammen, wenn die Frage „Mami, was gibt’s heute zum Essen“, schon nach dem Frühstück kommt. Aber so lerne ich, trotz Homeoffice geregelte Mahlzeiten auf den Tisch zu bringen. Auch das ist, ähnlich dem BH -Bügel, gerade ein wichtiges Gerüst für mich. Ansonsten verlieren die Tage manchmal an Kontur und ich habe kein Gefühl für die Woche. Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt, aber meistens bleibe ich positiv. Geholfen hat mir dabei übrigens auch Suse Kaloff’s neues Buch „Angst ist nichts für Feiglinge“. Perfect timing. (Interview dazu aktuell auf SoSUE).« Wie das geht: Online-Handel und den stationären Einzelhandel dabei mitnehmen, mit KundInnen online in Kontakt kommen und bleiben und News rund um Mode & Mehr einer Community vorstellen – auch in Corona-Zeiten … Post at it’s best. Macht Sue Giers mit Mode-Online-Shop und auf Ihrem Blog mit bunter Vielfalt. Schau mal rein!

 

Und dann kam Covid 19 …

Ines Lehmann führt LIMITED LINE, eine Boutique in der Krefelder City, seit fast 30 Jahren. Ab Montag, den 20. April ist wieder geöffnet.

»Der Einzelhandel ist schon lange schwierig – das weiß jeder, der durch Städte mit offenen Augen geht. Aber seit Corona und dem Shutdown ist es eine echte Herausforderung. Mein Modeladen liegt in Krefeld und wir hatten schon immer schwere Konkurrenz durch die Metropole Düsseldorf. Dabei würde ich den Menschen am liebsten zurufen: Shoppt doch mal Zuhause und schaut eure Stadt genauer an! Hier gibt es inhabergeführte Läden, in denen der Kunde König ist. Das ist Krefeld, mit einem großen Angebot auch an internationalen Marken – dafür braucht man nicht nach Düsseldorf! Dazu machen gerade kleine Läden Innenstädte bunt, einladend und persönlich – anders als immer mehr große Ketten in großen Städten. Seit Corona ist allerdings alles anders, auch shoppen: Wir machen Facetime Beratung, packen Pakete mit individuell für den Kunden zusammengestellter Mode und liefern von Tür zu Tür. Zuhause wird dann anprobiert, bequem mit EC-Karte bezahlt und ich halte derweil Social Distancing vor der Tür. Geht auch! Dazu war ich schon vor der Krise auf Social Media aktiv, mit Mode und Styling-Beratung und habe dort dann auch unseren Lieferservice angeboten. Über den regionalen Link „Heimatshoppen“ erziele ich zudem größere Reichweite. Trotzdem musste ich Kurzarbeit anmelden, habe die NRW Förderung beantragt und werde um einen Kredit nicht herumkommen. Ich muss mich an geschlossene Verträge für die Frühjahrs- und Sommermode halten, auch wenn das Geschäft geschlossen ist! Welche Folgen das alles hat? Wir werden sehen. Ich bin eigentlich von Natur aus ein optimistischer Mensch!«

Wenn du den Einzelhandel unterstützen möchtest? Schau mal vorbei auch online, z. B. bei Köser, Genial Krefeld. YEH Women/ Krefeld. Dagmar de Jong/Krefeld. #supportyourlocal Übrigens! Auch Buchhandlungen sind ab Mo. 20. 04. 2020 wieder geöffnet. Schau mal vorbei! Vor oder nach dem Shoppen, in deiner örtlichen Buchhandlung.

Matthias Horx ist ein Mann mit einem spannenden Beruf: Zukunftsforscher. „Ich werde derzeit oft gefragt, wann Corona denn ‚vorbei sein wird‘, und alles wieder zur Normalität zurückkehrt. Meine Antwort: Niemals.“ Es gebe historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändere, so der Trend- und Zukunftsforscher. Wie sich das anfühlt, dafür hat er eine Übung, mit der er in Visionsprozessen bei Unternehmen gute Erfahrungen erzielt hat: die RE-Gnose. Im Gegensatz zur PRO-Gnose schaut man damit nicht „in die Zukunft“, sondern von der Zukunft aus ZURÜCK ins Heute. Klingt verrückt? Versuche es einmal: Stelle dir eine Situation im Herbst 2020 vor, du sitzt in einem Straßencafe in einer Großstadt. Es ist warm, und auf der Strasse bewegen sich wieder Menschen. Bewegen sie sich anders? Ist alles so wie früher? Schmeckt der Wein, der Cocktail, der Kaffee, wieder wie früher? Wie damals vor Corona, Kontaktsperre und Shutdown? Oder sogar besser? Worüber werden wir uns rückblickend wundern? Da ist sich Horx, der Zukunfstforscher, ganz sicher: Zum Beispiel darüber, dass die sozialen Verzichte, die wir gerade leisten, selten zu Vereinsamung führen. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre fühlen sich viele sogar erleichtert, das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikanälen – plötzlich ist da ein großer STOPP! Und auch eine Erkenntnis: Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeitsräume eröffnen. Seine außergewöhnliche und optimistische „Corona-Rückwärts-Prognose“ kannst du hier im kress.de im Ganzen lesen.

 

Werden wir auch in Zukunft noch im stationären Einzelhandel einkaufen?

Shutdown! Welche Folgen für den Einzelhandel sieht Angelika Schindler-Obenhaus, Vorstand Katag AG für Produkt, Einkauf, Marketing und IT. Marken z. B. The Mercer NY, Basefield.

»Wir haben gerade in der Zeit des Shutdowns eine unglaubliche Solidarität der Menschen mit dem Handel erlebt. #supportyourlocals war das Thema in den sozialen Medien. Dieser Appell ist wichtiger denn je. Der stationäre Fachhandel und dann noch mit Textilien, Schuhen und Lederwaren ist leider nicht systemrelevant in den Augen der Politik. Dabei wird auf kommunaler Ebene extrem verkannt, wie wichtig dieser Fachhandel für funktionierende Innenstädte ist. Ohne diesen Mix aus inhabergeführten Läden, Gastronomie und kulturellen Einrichtungen, gepaart mit Marken- Monostores und vertikalen Anbietern ist eine Innenstadt bald eine Geisterstadt – in denen dann auch keine Gewerbe,- Umsatzsteuern und Parkgeldeinnahmen sprudeln, für lebendige attraktive Städte. Also brauchen Städte und Fachhandel die Kunden! Ich denke nach der Krise noch mehr als vor der Krise. Wir gehen davon aus, dass 20-30% unserer bekannten Händler diese Krise nicht überstehen werden – wenn nicht ein Wunder passiert. Also unterstützen Sie Ihren Handel ob offline oder, wie jetzt in der Krise gelernt, auch online. Super-Rabatt-Aktionen der großen Ketten verdrängen den Einzelhandel und sind eine fragwürdige Preispolitik, die oft auf dem Rücken der ArbeiterInnen in den Nähstuben der Welt ausgetragen wird. – Ihr Händler vor Ort wird Ihnen Ihre Unterstützung danken!«

 

Pflegekräfte genießen jetzt wesentlich mehr Anerkennung.

Ulrich Artz ist leitender Oberarzt in einem Krankenhaus in NRW.

„Als Arzt in einem Krankenhaus fühlt man sich aktuell fast wie unter einem Vergrößerungsglas – alle Welt schaut auf unser Handeln, ob wir Ärzte, aber auch die KollegInnen und Kollegen der Krankenpflege und das Gesundheitssystem insgesamt, überfordert sind, ob wir die richtigen Entscheidungen treffen. Zum jetzigen Zeitpunkt läuft noch alles geordnet, aber keiner weiß, ob das so bleiben wird. Es herrscht eine schwer zu beschreibende Atmosphäre, die sich irgendwo zwischen Verunsicherung, Nervosität aber auch vorsichtigem Optimismus bewegt. Handlungsempfehlungen der täglich tagenden Pandemiekonferenz müssen befolgt werden, bei positiv getesteten Patienten aber auch Personal erfolgt eine enge Abstimmung mit der Hygienekommission. Natürlich stellt sich jeder von uns die Frage, ob wir uns vielleicht selber anstecken und wie dann die Erkrankung bei uns verläuft? Ein Gutes hat Corona: Kranken- und AltenpflegerInnen genießen jetzt mehr Anerkennung, das hat schon zu Bonuszahlungen geführt und wird sich hoffentlich bald in einer angemessenen Bezahlung dieser Berufsgruppen niederschlagen.

 

Shutdown! Es geht in die Verlängerung – aber mit viel Hoffnung.

Tina Artz, Mode-Journalistin, Coach und Bloggerin.

#wirstehenzusammen #miteinander #wirbleibenzuhause #supportyourlocal … Noch nie gab es so viele Hashtags, die alle eins sagen #wirsitzenineinemboot. Das ist neu! Und das sind auch(!) soziale Medien. In Corona Zeiten gibt es ein großes Miteinander, waren es zuerst noch einige Stimmen, die negative Erlebnisse oder Gefühle posteten, wichen sie über die Zeit einem immer größeren Aufmuntern. Mein Eindruck! Wir sind mittendrin in einem großen, soziologischen Jahrhundertereignis – dem gesellschaftlichen Shutdown. Wenn wir danach wieder alle auf „Normaltemperatur“ laufen und das Leben seinen gewohnten Alltag hat, werden WIR uns bestimmt noch an unser gemeinsames Jetzt erinnern. WIR bekommen gerade eine Warnung und Einsicht, wie unsere Welt durch einen winzigen Virus aus den Fugen gerät und hilflos ist! WIR erleben wie unsere Regierung – die Wissenschaft liefert logische, medizinische Argumente für politische Entscheidungen – den Weg aus der Krise sucht. Das werden WIR nicht vergessen! WIR werden unsere Welt, unsere Erde, unsere „Zerbrechlichkeit“, wie Angela Merkel es nannte, mit neuen Augen sehen und WIR werden wissen, dass es auch(!) auf unsere Mithilfe ankommt. Ich glaube, dass nach Corona unsere Welt eine andere sein wird – eine bessere! Glaubst du das auch?

 

Charisma kann jede! Wann geht unser Coaching weiter?

Reisen, Mode, Persönlichkeit … Das Coaching für Frauen und das in schönen Hotels – alle Termine liegen erstmal auf Eis – Shutdown!

Und doch ist Sinnhaftigkeit, unsere Einschätzung füreinander und unser Gefühl für uns selbst, nach innen und nach außen, vielleicht noch wichtiger als vorher. Unsere Psyche spielt immer mit! „Charisma kann jede!“ ist das psychologische Seminar für mehr Selbstbewusstsein und Ausstrahlung – mit Mode & Beauty.

Abgesagt! Termine im Mai!

Sich mit der eigenen, weiblichen Rolle auseinandersetzen, Gefühle spüren und dem eigenen ICH ganz nah sein. Das sind die Themen in den Workshops Psyche & Persönlichkeit, Mode & Beauty. Alle Termine zu Seminaren bis Frühsommer wurden gecancelt. Für „Charisma kann jede!“ hoffen wir auf eine entspannte Lage im Herbst und haben dazu neue Termine mit mehreren Hotels in der Planung. Welche Hotspots dabei sind und welche neuen Entwicklungen es gibt? Alle Neuigkeiten dazu findest du immer unter dem Coaching Button. Klick mal rein!

 

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