Corona: Welche Learnings, welche Chancen gibt es? Ein Küchen-Talk mit Psychotherapeutin

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Wir leben im Moment alle den gleichen Film und hätten gerne schon das Happy End. Corona ist ein Zustand, der Angst macht. Müssen wir uns jetzt neu aufstellen, das Leben anders leben? Oder kann aus Corona und seinen Folgen auch ein ganz neuer Umgang mit uns und unseren Mitmenschen entstehen? Was können wir jetzt lernen, welche Chancen bieten sich? Jede Menge Fragen?! Gut, wenn man sie Menschen stellen kann, die einen breiten Wissensschatz für Krisen aller Art parat haben. Menschen wie meine Freundin Birgit. Sie ist Psychotherapeutin – ich finde, eine belebend heilsame, ganz wunderbar erdende Berufung. Da der Alltag im Moment ein Kampf ist (ein kurzweiliger Restaurantbesuch blanke Utopie!) sitzen wir beide zu Hause am Küchentisch und doch zusammen: Via Facetime, mit eingebautem Social Distancing, ohne Umarmung und Begrüssungsküsschen, aber mit einem Glas Rosé auf meiner und Rhabarberschorle auf ihrer Seite.

INFO! Wer psychotherapeutische Beratung in Anspruch nehmen möchte, kann das in Corona-Zeiten per Videosprechstunde tun. Den entsprechenden Link hält der/die TherapeutIn bereit, alle Daten sind geschützt.

Es ist Dienstag Abend und wir alle leben durch Corona den gleichen Moment – weltweit! Das ist unglaublich und so noch nie dagewesen: »Wie fühlt sich das für dich an?«

Birgit Baaken, Psychotherapeutin in Düsseldorf: » Tatsächlich, es ist verrückt … Natürlich bin ich sehr froh, dass meine Familie, Freunde, dass wir alle gesund sind. Dafür bin ich bereit – wie wir alle – Einschränkungen hinzunehmen. Trotzdem fehlen mir meine Hobbys, mein Chor, ich gehe gerne in die Oper, die ganzen sozialen Kontakte. Plötzlich ist unsere Komfortzone nicht mehr da, dafür gibt es im Gegenzug eigentlich keine Hetze mehr – kein Muss, mehr Entschleunigung auf allen Kanälen. Bei uns heißt das, wir machen jetzt mehr Sport, viel Radfahren, Joggen – überhaupt einfach Draußensein, das ist unser neues Hobby.«

»Oh gesund! Ich trinke jetzt öfter abends ein Glas Wein. Der Weinkonsum soll während Corona um 40 Prozent gestiegen sein und aus meinem einen Glas Wein werden auch schon mal zwei. Wird der Mensch in Krisenzeiten eigentlich leichter zum AlkoholikerIn?«

»Man hat weniger Ablenkung, die Bedürftigkeit wird größer, man muss mehr aushalten – auch Unangenehmes. Da ist Alkohol eine Ersatzbefriedigung. Wer da anfällig ist, der kann jetzt tatsächlich ein Problem bekommen. Grundsätzlich hat das aber auch mit der Krise selbst zu tun! Persönliche Krisen belasten uns sehr: Trennung, Tod, Arbeitslosgkeit und der Alltag muss trotzdem klappen. Das ist schwierig. Corona ist ein neues Problem, eine Mega-Krise, die uns aber alle gleich trifft, das hat auch was Verbindendes. Man spürt ein Zusammengehörigkeits-Gefühl im Ausnahmezustand. Das ist neu und anders – und schwierig! Und dann gönnt man sich was, z. B. ein Glas oder auch zwei. Stress und die Verarbeitung von Problemen, das ist immer individuell und jeder hat da sein Ventil.«

»Was machen wir denn mit diesem Gefühl, dass uns die Zukunft aus den Händen rutscht? Job, real drohende Corona-Krankheit, die tatsächlich schlimm enden kann, Einsamkeitsgefühle, … Hilft da tatsächlich positiv denken?«

»Positiv denken hilft immer! (lacht …) Aber im Ernst: Katastrophen-Denken nützt nichts. Meine Patienten bekommen z. B. den Rat, negative Gedankenspiralen mit lautem Händeklatschen oder gedanklichem roten Stoppschild zu vertreiben. Und sich als nächstes dem realen Leben zuzuwenden – das Mittagessen kochen, sich schminken oder im Homeoffice einfach die nächste Aufgabe angehen – ganz banal. Wichtig ist, den Fokus zu ändern. Genauso lässt sich das Bindungshormon Oxytocin stärken – nützt auch: Liebevolle Gedanken, noch besser Berührungen zu Partner, Freunden, Familie, aber auch Haustieren – all das bietet emotionale Sicherheit und wird zum mächtigen Gegenspieler gegen Ängste. Berührungen mit Freunden sind in Corona allerdings schwierig. Die Produktion von Oxytocin und mehr Glück spüren lässt sich jedoch schon mit einem Liebesroman oder einem romantischen Film im Fernsehen oder auf Netflix ankurbeln.«

»Zu Hause bleiben, keine Freunde treffen, auf engem Raum, nur mit der Familie oder Partner oder als Single ganz alleine sein? Homeoffice und keine Kollegen sehen, was macht das mit uns?«

»Das kann Einsamkeitsgefühle und Depressionen befeuern, aber auch die Kreativität ankurbeln. Jetzt hat man Zeit, sich mal so richtig kennenzulernen. Wer bin ich, was will ich? Zugegeben schwere Fragen. Easy Steps dahin sind Ja/ Nein Antworten: Habe ich Hunger? Bin ich müde? Will ich einen Film gucken? Die nächste Stufe sind positiv aufgeladene Fragen: Was trägt dazu bei, dass ich mich gut fühle? Was macht mir Spaß, bringt gute Laune usw. Die Dinge erfahren, entdecken und dann auch machen! Mit dem Selbst beschäftigen, das rutscht im „normalen“ Alltag mit Hetze und Terminen schnell durch. Im Moment können wir mehr ICH leben, fängt man erst mal an, kann das ganz schön spannend werden …«

»Man soll Ängste & Sorgen anschauen, durchdenken. Ich neige ja dazu, Negatives erstmal in die Ecke zu stellen. Mich eher abzulenken …«

»Jeder ist, wie er ist. Aber Ängste und reale Sorgen sollte man anschauen. Brauche ich z. B. einen Kredit, soll ich das Überbrückungsgeld beantragen, den Vermieter informieren, dass die Miete nicht kommt … Überall gilt der psychologische Grundsatz: Habe ich ein Problem erstmal angeguckt/ ausgesprochen, ist es schon fast gelöst. Konkrete Hilfe bieten Angebote von der Regierung. Aber auch sich Vernetzen ist gut: Was sagen Kollegen, wer hat dasselbe oder ein ähnliches Problem? Sich Austauschen bringt viel und nimmt den Schrecken. Manchmal nützt schon das Wissen, dass es anderen ähnlich ergeht, um Lösungen anzustupsen.«

»Kurzarbeit, Homeofffice, viele Menschen haben jetzt Angst, dass Ihnen die Arbeit wegbricht. Und das kann ja tatsächlich konkret werden, die Arbeitswelt ändert sich. – Corona und was kommt danach? Hast du einen Tipp?«

»Das Prinzip ist Antworten finden. Einen Schritt nach dem anderen gehen. Und das kann damit beginnen, sich zu fokussieren, was man kann: Ich habe eine Ausbildung, ich bin flexibel, ich kann Fremdsprachen … Betrachten wir Corona als Chance zur Weiterbildung. Jetzt ist die Zeit, das eigene ICH zu stärken. Mit sich sprechen oder denken, alles in der ICH-Form, das stärkt das ICH. Und je kräftiger das eigene ICH, umso eher werden sich Lösungen auftun. Dieses Fokussieren, positive Glaubenssätze gegen negative setzen, das lässt sich – ganz einfach wie Sport – jeden Tag trainieren.«

»Wir erleben gerade, dass die ganze Welt schwach ist. Was meinst du, gehen wir nach Corona vielleicht gnädiger mit Selbstzweifeln, Unsicherheiten – unseren eigenen und  denen, die wir bei unseren Mitmenschen spüren – um?«

»Alle Menschen haben Selbstzweifel und Unsicherheiten – selbst Trump oder gerade Trump (lacht). Mit und ohne Corona! Es wäre schön, wenn alle Menschen jetzt mehr dazu stehen könnten. Vielleicht werden wir jetzt ehrlicher … Dankbarkeit für das, was wir haben, werden die meisten spüren. Alle, die die Krise nutzen und raus aus der Komfortzone, rein in die Entwicklung gehen, die werden auf jeden Fall profitieren. Die Krise als Chance sehen ist geradezu notwendig, denn sie hört ja nicht morgen auf. Lernen in vielen Bereichen – anders machen als vorher, Umdenken – da können wir täglich an Kompetenz gewinnen. Machen das viele Menschen so, wird uns das kollektiv nach vorn bringen, in vielen Bereichen – auch mitmenschlich. Was für ein schöner Gedanke. «

»In jeder Krise steckt ein Neuanfang. Für mich ist dieser Satz schon tröstlich. Bin ich da grenzenloser Optimist (bin ich!)?«

»Da steckt viel Wahrheit drin! Durch Fehler lernen wir, sie machen empfänglicher für bessere und richtige Lösungen. Wir lernen gerade, dass ein kleiner Virus die ganze Welt still stehen lässt. Das macht demütig. Corona setzt alle und alles auf RESET und wir müssen auf vielen Gebieten von vorne anfangen. Das birgt viel Frust, aber eben auch enorme Chancen und Lösungen. Wie schnell Entwicklung geht, das sehen wir gerade alle im digitalen Bereich. Homeoffice war z. B. in vielen Firmen neu und doch in Windeseile installiert – viele Bereiche sollen sogar besser als vorher funktionieren. Wieso also nicht größer denken – neue Chancen noch in vielen anderen Bereichen schaffen. Ich bin sehr für Neuanfänge.«

Mehr Artikel zu Corona findest du auch hier:  Shutdown und was kommt dann? Routine, das hat was! Editor’s Letter in Corona-Zeiten.

Interessante Artikel von verschiedenen Gastautoren findest du auch auf dem Blog von Sosue, schau mal hier: Venedig in Zeiten von Corona. Selbstliebe in Zeiten der Cholerona

 

Charisma kann jede! Wann geht unser Coaching weiter?

Selbstwert, Persönlichkeit, Mode … Charisma kann jede! ist das Coaching für Frauen, in besonderen Hotels.  Die Termine im ersten Halbjahr wurden wegen Corona abgesagt! Sinnhaftigkeit, Wertschätzung, das Gefühl für uns und für andere – das ist vielleicht aber jetzt noch wichtiger als vorher. Unsere Psyche spielt immer mit!

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„Charisma kann jede!“ ist das psychologische Seminar für mehr Selbstbewusstsein und Ausstrahlung – mit Mode & Beauty.

Abgesagt ist neu gedacht: Neue Chancen im Herbst!

Sich mit der eigenen, weiblichen Rolle auseinandersetzen, Gefühle spüren und dem eigenen ICH ganz nah sein. Das sind die Themen in den Workshops Psyche & Persönlichkeit, Mode & Beauty. Für „Charisma kann jede!“ hoffen wir auf eine entspannte Lage im Herbst und haben dazu neue Termine mit mehreren Hotels in der Planung. Welche Hotspots dabei sind und welche neuen Entwicklungen es gibt? Alle Neuigkeiten dazu findest du immer unter dem Coaching Button. Klick mal rein!

 

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